Unser Gegner: Atlas Delmenhorst

SV Atlas Delmenhorst

Aufstiegskandidat war 17 Spiele in Serie ungeschlagen

Von Ingo Poppen

Der Verein:
Der SV Atlas Delmenhorst entstand am 13. Juli 1973 durch den Zusammenschluss der Vereine FC Roland, VSK Bungerhof und dem SSV Delmenhorst. Am 7. Oktober 1999 wurde aus dem SV Atlas Delmenhorst der Delmenhorster SC. Der Verein musste aber bereits 2002 Insolvenz anmelden und wurde aus dem Vereinsregister gelöscht.

Am 4. April 2012 wurde der SV Atlas neu gegründet. In der Saison 2012/13 spielte die Mannschaft noch in der 1. Kreisklasse Oldenburg-Land – am 28. Mai 2017 stieg Delmenhorst von der Landes- in die Oberliga auf. Dort landete der SVA im ersten Jahr auf dem neunten Tabellenplatz. Die vergangene Saison beendeten die Delmenhorster als Zehnter.

Die Saison 2018/19:
Im November trennte sich der Verein vom langjährigen Erfolgstrainer Jürgen Hahn, der Atlas von der Kreisliga bis in die Oberliga führte. Nachfolger von Hahn wurde Olaf Blancke, der zuvor den damaligen Ligarivalen BV Cloppenburg trainiert hatte.

Die Bilanz von Blancke als Atlas-Trainer konnte die Verantwortlichen jedoch nicht überzeugen: Von zehn Spielen unter seiner Regie gewann der SVA nur zwei, holte insgesamt elf Punkte. Die Konsequenz: Der Trainer musste noch vor Saisonende gehen.

Für den Verein endete die Spielzeit versöhnlich: Atlas gewann das Endspiel des Niedersachsenpokals der Amateure gegen den TuS Bersenbrück mit 3:2 und zog in den DFB-Pokal ein. Im wohninvest Weserstadion unterlag der Oberligist dem Bundesligisten Werder Bremen mit 1:6. Das sehenswerte Tor zum zwischenzeitlichen 1:2 erzielte Tom Schmidt.

Der Trainer:
Seit dem 1. Juli 2019 wird der Traditionsverein von Key Riebau trainiert. Der 29-Jährige trat die Nachfolge von Olaf Blancke an. Vor seiner Zeit in Delmenhorst trainierte Riebau den Regionalligisten SSV Jeddeloh. Das Amt bei den Ammerländern hatte er im Sommer 2017 übernommen. Riebau führte den SSV als Aufsteiger auf Platz sieben und in den DFB-Pokal. Nach durchwachsenen Ergebnissen in der Folgesaison wurde er im November 2018 entlassen.

Als Spieler lief der 29-Jährige für den VfL Oldenburg und Jeddeloh auf. Riebau trug sogar schon einmal das Trikot des BSV Kickers Emden: Im Juli 2011 bestritt er als Testspieler eine Partie für die Emder, wurde aber nicht verpflichtet.

Die Saison 2019/20:
22 Spiele, 14 Siege, 6 Unentschieden, zwei Niederlagen. Diese Bilanz macht deutlich: Der SV Atlas gehört zu den absoluten Spitzenmannschaften und darf sich berechtige Hoffnungen auf den Regionalliga-Aufstieg machen. Die Delmenhorster waren als einziges Team bis zum 19. Spieltag ungeschlagen und stellen mit nur 22 Gegentreffern in 22 Partien die zweitbeste Abwehr der Liga.

Der beste Atlas-Torschütze ist übrigens Ostfriese: Marek Janssen, der zu Saisonbeginn aus Papenburg nach Delmenhorst gewechselt war, traf bislang achtmal. Der 22-Jährige erzielte auch beim 1:0-Erfolg gegen den TB Uphusen am vergangenen Sonntag das einzige Tor des Tages.

Das letzte Duell mit dem BSV:
Das Hinspiel im Ostfriesland-Stadion war an Spannung kaum zu überbieten: Es lief die dritte und letzte Minute der Nachspielzeit, als Kickers-Abwehrspieler Milad Faqiryar nach einer Ecke von Heiko Visser per Kopfball zum 2:2 traf und einen Großteil der 1900 Zuschauer in Ekstase versetzte. „Dieses Ergebnis ist hochverdient für meine Mannschaft und die Fans. Ich habe mich von der Atmosphäre her wie in der 3. Liga gefühlt“, sagte BSV-Trainer Stefan Emmerling.

Karlis Plendiskis hatte die Gäste nach einer Ecke per Kopf früh in Führung gebracht (5.). Die Emder ließen sich jedoch nicht beirren und antworteten schnell: Nach einer Flanke von Heiko Visser legte Marvin Eilerts per Kopf quer auf Ayodeji Adeniran, der zum 1:1 einköpfte (12.). Adeniran hätte mit einem satten Schuss fast das 2:1 erzielt, aber Atlas-Keeper Florian Urbainski parierte (14.).

Anschließend wurde Kickers immer selbstbewusster und besaß die besseren Möglichkeiten. Jubeln durften zunächst aber wieder die Delmenhorster. Marco Prießner erzielte – erneut mit dem Kopf – das 1:2 (68.). Angesichts des Chancenverhältnisses wirkte das Tor wie eine kalte Dusche. Doch der Aufsteiger steckte gegen den Titelkandidaten auch den zweiten Rückstand weg – und wurde mit dem 2:2 in der Nachspielzeit für einen tollen Auftritt belohnt.

Weitere Infos zum SV Atlas Delmenhorst gibt es hier.

Subtitle

Die Kickers-App

Some description text for this item