2:0 gegen Bersenbrück: Kickers feiert zwölften Saisonsieg

Oberliga

Wulff und Steffens treffen beim achten Heimerfolg / Kickers startet mit 13 Punkten in die Aufstiegsrunde

Von Ingo Poppen

Dank einer geschlossenen Mannschaftsleisrtung gewann Kickers gegen Bersenbrück. Bilder: Jens Doden

Der Kapitän atmete nach dem Schlusspfiff erst einmal tief durch. „Was für ein Kampf“, sagte Bastian Dassel. „Es ist der Wahnsinn, was diese Mannschaft heute geleistet hat.“ Dem 31-jährigen Abwehrchef des Fußball-Oberligisten Kickers Emden war der Stolz auf sein Team nach dem 2:0-Erfolg gegen den TuS Bersenbrück deutlich anzumerken. „Wir waren auf der letzten Rille unterwegs und haben es dafür richtig gut gemacht“, so Dassel. Durch den zwölften Saisonsieg zog der BSV nach Punkten mit Tabellenführer Blau-Weiß Lohne gleich (beide 38). Mit 13 Zählern werden die Ostfriesen in die im März 2022 beginnende Aufstiegsrunde starten.

Nach einem Foul von Torhüter Nils Böhmann an Tido Steffens gab es Elfmeter für Emden.

Im letzten Spiel des Jahres musste der BSV auf neun Spieler verzichten: Nikky, David und George Goguadze sowie Alagie Jabbie, Darlin van der Werff und Azad Karamac durften wegen der aktuellen Corona-Verordnung nicht auflaufen. Zudem fehlten Ibrahim Sillah (Sperre), Dany Hatou (ortsabwesend) und kurzfristig auch der stark erkältete Yanic Konda. So feierte der 18-jährige Dirk Frerichs sein Startelf-Debüt. Mit Nico Bohlen und Tim Meiners saßen zwei weitere Akteure aus der U19 auf der Ersatzbank – als einzige Feldspieler. Beide wurden in der Schlussphase eingewechselt.

„Dieses Spiel hat unglaublich viel Kraft gekostet“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling. „Die Jungs haben alles rausgehauen und eine geniale Leistung gezeigt.“ Kickers gelang auf tiefem Boden ein perfekter Start: Nachdem sich Tido Steffens gegen TuS-Kapitän Mark Flottemesch durchgesetzt hatte, holte ihn Torhüter Nils Böhmann im Strafraum von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Holger Wulff sicher zum 1:0 (7.).

Holger Wulff erzielte das 1:0. Matthias Goosmann (rechts) freut sich mit.

Von den Gästen, die nun drei Tore hätten erzielen müssen, um noch in die Aufstiegsrunde einzuziehen, war wenig zu sehen. Die erste echte Chance vergab Bersenbrück in der 43. Minute. Kickers hatte mehr vom Spiel und hätte durch Steffens erhöhen können – doch der Heber des Torjägers landete neben dem Kasten (37.). Nach einer Freistoßvariante von Wulff und einem anschließenden Steffens-Querpass in den Strafraum konnte kein Kickers-Spieler im Zentrum die Möglichkeit nutzen (42.).

„Es ist der Wahnsinn, was diese Mannschaft heute geleistet hat“, sagte Kapitän Bastian Dassel.

Die zweite Hälfte begann schwungvoll: Die erste Gelegenheit hatte wieder einer der besten Emder: Tido Steffens. Sein Schlenzer verfehlte das Tor knapp (50.). Zwei Minuten später vergab Gabriel Bamezon die nächste Emder Chance (52.), ehe Jules Reimerink auf der Gegenseite die Latte traf (54.). Wiederum nur Sekunden danach stand Bamezon allein vor TuS-Keeper Böhmann – und verpasste das 2:0 (54.). Der Torwart parierte in der Schlussphase auch einen weiteren Schuss von Steffens (73.). In der Zwischenzeit hatte Bersenbrück zwar den Druck leicht erhöht, doch Kickers verteidigte trotz schwindender Kräfte aufopferungsvoll und ließ kaum Chancen zu.

In der Nachspielzeit belohnte sich Tido Steffens schließlich für seinen starken Auftritt. Nach einem langen Ball schüttelte der 27-Jährige seinen Gegenspieler Patrick Greten ab, umkurvte Schlussmann Böhmann und schob zum 2:0-Endstand ein (90.+1). „Auf dem Platz war natürlich wenig spielerischer Glanz zu erwarten“, sagte Steffens und lächelte. „Wir haben trotz der angespannten Personalsituation alles gegeben, um dieses Spiel zu gewinnen.“

Tido Steffens umkurvt Böhmann und trifft zum Endstand.

Ein Grund dafür war auch eine brisante Sprachnachricht, die Mitte der Woche die Runde gemacht hatte. Darin bezeichnet ein Verantwortlicher des TuS Bersenbrück Kickers als „Drecksverein“ und die Emder als „Spinner“. Zudem wirft er dem BSV vor, das Spiel beim VfL Oldenburg absichtlich verloren zu haben. „Natürlich war diese Nachricht ein Thema in der Kabine“, sagte Steffens. „Sie hat bei uns für zusätzliche Motivation gesorgt. Wir wollten Bersenbrück unbedingt zeigen, dass es hier nichts zu holen gibt. Das ist uns eindrucksvoll gelungen.“

Über die sportliche Antwort seines Teams und den achten Heimsieg im neunten Spiel freute sich auch Kickers-Trainer Stefan Emmerling: „Unser Ansporn war, diese Partie zu gewinnen, um mit 13 Punkten in die Aufstiegsrunde zu gehen. Das unnötige Vorgeplänkel hat uns natürlich noch heißer gemacht“, so Emmerling. „Am Ende haben wir diese intensive Partie absolut verdient gewonnen – nur das zählt.“ Das sah auch Bastian Dassel so, der sich einige Stunden nach dem Spiel vor allem über eine Tatsache freute: „Den Urlaub haben wir uns jetzt redlich verdient.“

BSV Kickers: Wetzel – Eilerts, Dassel, Faqiryar – Goosmann, Wulff – Visser, Steffens, Frerichs (84. Meiners), Braun – Bamezon (90. Bohlen)

Tore: 1:0 Wulff (7., Foulelfmeter, Böhmann an Steffens), 2:0 Steffens (90.+1)

Gelbe Karten: Visser, Braun / Greten, Spit, Eiter, Muric

Zuschauer: 403

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