Sebastian Bloem erzielte sein neuntes Saisontor. Bilder: Jens Doden

Sebastian Bloem erzielte sein neuntes Saisontor. Bilder: Jens Doden

LANDESLIGA, 34. SPIELTAG:
BSV KICKERS – VFL OYTHE 2:1 (2:1)

BSV Kickers:
Buß – Julian Meyer, Sabljic (59. Fleßner), Diekmann, Menzel – Goosmann, Visser – Geiken, Bloem (76. Eyüpoglu) – Steffens, Schmidt (59. Kasten)

Ersatzbank: Wiese (ETW)

VfL Oythe:
Marcel Meyer – Odabasi (71. Grave), Fabian Meyer, Hesselmann, Strey – Graf von Merveldt, Stukenborg – André Wohlers (68. Suffner),  Kohls – Schönewolf, Emich (54. Pascal Wohlers)

Ersatzbank: Heise (ETW), Greiffendorf

Tore: 1:0 Steffens (11.), 2:0 Bloem (14.), 2:1 Graf von Merveldt (34.)

Gelbe Karten: – / Pascal Wohlers

Eckenverhältnis: 7:10
Zuschauer: 157

Schiedrichter: Anja Klimm (Jemgum)
Assistenten: Janna Poppen, Tolga Atli

Rudi Zedi war gerade dabei, seinen Kommentar zum 2:1-Erfolg der Landesliga-Fußballer von Kickers Emden gegen den VfL Oythe abzugeben, als die Pressekonferenz am Sonnabend jäh unterbrochen wurde. Einige Kickers-Spieler – „bewaffnet“ mit mehreren Flaschen Bier – stürmten den VIP-Raum, sangen „Es gibt nur ein‘ Rudi Zedi“ zur Melodie des kubanischen Klassikers Guantanamera und verpassten ihrem Trainer eine Mini-Bierdusche. Zwar blieb Zedi eine komplette Ladung Gerstensaft erspart, einige Spritzer bekam er aber doch ab. „Das haben sich die Jungs wohl von den ganz Großen abgeschaut“, sagte der 41-Jährige und lächelte. „Jetzt muss ich noch mal duschen und mich umziehen.“

Diese Szene war ein deutlicher Beweis für die gelöste Kickers-Stimmung nach dem Ende der Negativserie mit sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Folge. Mit dem 17. Saisonsieg gelang den Ostfriesen im letzten Spiel ein versöhnlicher Abschluss und der Sprung auf Platz vier. „Die Partie war allerdings auch ein Spiegelbild der gesamten Spielzeit“, sagte Zedi. „Wir haben es mal wieder versäumt, trotz klarster Chancen vorzeitig für eine Entscheidung zu sorgen.“

Zu Beginn der Partie präsentierten sich die Emder dagegen noch äußerst effektiv. Tido Steffens nutzte die erste gute Gelegenheit zum 1:0. Nachdem sich die beiden Oyther Innenverteidiger gegenseitig angeschossen hatten, stand Steffens richtig und schob zur frühen Führung ein (11.). Drei Minuten später machte Sebastian Bloem den Doppelschlag per Direktabnahme nach einer Flanke von André Geiken perfekt (14.). „Endlich ist es uns mal gelungen, die Fehler des Gegners zu bestrafen“, so Zedi.

Emden bestimmte weiter den Takt und verpasste mehrfach den dritten Treffer: Ein Steffens-Schuss ging knapp daneben (19.), wenig später traf Geiken in seinem letzten Spiel für den BSV nur den Pfosten (24.). Zwar drückte Alex Schmidt die Kugel nach einem erneuten Pfostentreffer im zweiten Versuch über die Linie, doch Schiedsrichterin Anja Klimm (Jemgum) entschied auf Abseits (24.).

Die Gäste waren vor allem nach Standards gefährlich. Marcel Hesselmann scheiterte nach einem Eckball an der Unterkante der Latte (29.). Fünf Minuten später hieß es dann: Ecke, Tor. Sebastian Graf von Merveldt gelang per Kopf das 2:1 (34.). „Das war viel zu einfach, das geht so nicht“, sagte Zedi. Weil Tido Steffens Sekunden später aus kurzer Distanz über das Tor schoss (35.), blieb es zur Pause beim 2:1.

Auch in Halbzeit zwei erspielten sich die Emder einige gute Gelegenheiten. Zwei davon besaß Sebastian Bloem, der zunächst an VfL-Torhüter Marcel Meyer scheiterte (52.) und kurz darauf links daneben zielte (61.). Die beste Möglichkeit der Oyther nach dem Seitenwechsel vergab Markus Kohls, der nur den Pfosten traf (75.). Weitere aussichtsreiche VfL-Angriffe konnten von der aufmerksamen Emder Defensive entschärft werden oder verpufften.

In der Schlussphase schnürte Kickers dann noch einen Großchancen-Dreierpack: André Geiken versuchte es mit einem Kunstschuss, der über den Kasten flog (77.). Noch näher dran am dritten Treffer waren die Emder in der 82. Minute: Tido Steffens kullerte der Ball im Fünfmeterraum vor die Füße – er traf die Kugel jedoch nicht richtig. Die letzte Gelegenheit vergab Geiken, dessen Schuss aus zwei Metern über die Latte flog (88.).

„Das Spiel hätte auch 7:3 ausgehen können“, sagte Kickers-Trainer Rudi Zedi, der von einer Tatsache enttäuscht war: „Wir haben mit Ausnahme der vergangenen Wochen eine sensationelle Saison gespielt. Dass zum Abschluss dann nur 157 Zuschauer ins Stadion kommen, ist einfach schade. Da hätten die Jungs mehr verdient gehabt.“

ip