Torben Lange (am Ball) traf in der laufenden Saison schon dreimal. Bild: Marco Reemts

Torben Lange wechselte im Sommer 2014 vom damaligen Bezirksligisten Blau-Weiß Papenburg zum BSV Kickers Emden. Für die Ostfriesen absolvierte der Stürmer 82 Landesliga-Spiele und erzielte dabei 23 Tore. Nach drei Jahren im Kickers-Trikot kehrte der 31-Jährige 2017 zu seinem Heimatverein zurück.

Im Seitenlinie-Interview spricht Lange über den Traumstart seines Teams, die Rolle als erfahrener Spieler und das Duell zwischen Kickers und Papenburg.

Seitenlinie: Moin Torben! Mit fünf Siegen in Folge ist euch ein perfekter Saisonstart gelungen. Hättest du damit gerechnet?
Torben Lange: Nein, der tolle Auftakt war in dieser Form nicht zu erwarten, weil wir auch gegen sehr ambitionierte Teams wie Lohne, Essen und Melle spielen mussten. Mit Lohne hatten wir nach dem verlorenen Bezirkspokal-Finale im Mai noch eine Rechnung offen – und die Revanche ist geglückt. Insgesamt ist es aus meiner Sicht auch ein Vorteil, früh in der Saison auf Titelkandidaten zu treffen, da sie dann noch nicht eingespielt sind.

Seitenlinie: Ihr habt in der ersten Saison nach dem Wiederaufstieg Platz sieben erreicht. Was ist in diesem Jahr möglich?
Lange: Schon in der vergangenen Spielzeit waren wir lange oben dabei. Nachdem dann klar war, dass der Verein keine Oberliga-Lizenz beantragt, haben wir uns mehr auf den Bezirkspokal fokussiert und sind in der Tabelle noch ein wenig abgerutscht. Auch in diesem Jahr geht es für uns zunächst darum, die nötigen Punkte gegen den Abstieg zu sammeln – denn die Landesliga ist sehr ausgeglichen. Wir haben aber einen tollen Kader, der auch in der Breite sehr gut besetzt ist. Viele Spieler haben Stammplatz-Potenzial, sodass auch bei Einwechselungen kein Qualitätsverlust zu spüren ist. Deshalb traue ich uns einen Platz unter den ersten fünf Mannschaften zu.

Seitenlinie: Du hast in dieser Saison erst einmal von Beginn an gespielt. Warum?
Lange: Ich habe mich in den vergangenen beiden Jahren mit einigen Verletzungen rumgeplagt. In diesem Sommer konnte ich aber die komplette Vorbereitung absolvieren und werde immer fitter. Vor dem Auftaktspiel gegen Lohne habe ich damit gerechnet, in der Startelf zu stehen. Der Trainer hat sich gegen diese offensivstarke Truppe aber für eine defensivere Aufstellung entschieden – und solange wir erfolgreich sind, gibt es natürlich wenig Grund für Veränderungen.

Für den BSV Kickers erzielte Lange (Dritter von links) 23 Landesliga-Tore. Hier jubelt er mit (von links) Holger Wulff, Tido Steffens und Bastian Dassel. Bild: Jens Doden

Seitenlinie: Unabhängig von der Spielzeit: Wie bewertest du deine Rolle bei Blau-Weiß?
Lange: Ich bin mit 31 Jahren der Älteste im Team und absolviere mittlerweile meine zehnte Landesliga-Saison. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen an die jungen Spieler weitergeben und ihnen so gut es geht helfen. Dazu gehört auch, nach erfolgreichen Partien dafür zu sorgen, dass keiner abhebt.

Seitenlinie: Mit Hermann-Josef Bruns habt ihr seit Sommer einen neuen Coach. Wie würdest du ihn beschreiben?
Lange: Der Trainer hat zuletzt beim SV Surwold gearbeitet und genießt im Emsland großes Ansehen. Er ist ein kommunikativer Typ, der gut ankommt. Auch das Training ist super. Die Situation war für ihn nicht ganz einfach, denn er hat das Amt erst kurz vor Saisonbeginn übernommen. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass er für uns genau die richtige Wahl war.

Seitenlinie: Welche Erinnerungen verbindest du mit dem BSV Kickers?
Lange: Es waren drei tolle Jahre in Emden. Die ersten beiden waren für mich persönlich sehr erfolgreich, im dritten folgte dann leider das Verletzungspech. Dennoch erinnere ich mich gerne zurück. Zu Beginn hätte ich gar nicht damit gerechnet, dass ich solange bei Kickers spielen würde. Der Aufwand war durch die Fahrten von Papenburg nach Emden und den Schichtdienst bei der Polizei ziemlich groß. Trotzdem war es für mich der richtige Schritt, denn wir hatten immer eine sehr harmonische Truppe beisammen. Alles hat sehr gut gepasst, das war schon außergewöhnlich. Noch heute habe ich regen Kontakt zu einigen Ex-Mitspielern – und informiere mich an Spieltagen immer sofort darüber, wie Kickers gespielt hat.

Seitenlinie: Welche Rolle kann der BSV in dieser Saison spielen?
Lange: Die Stammformation hat sich kaum verändert, die Mannschaft ist eingespielt. Zudem hat Kickers mehrere überragende Offensivspieler. Ein Platz unter den ersten fünf Teams ist aus meiner Sicht Pflicht.

Seitenlinie: Was für eine Partie erwartest du?
Lange: Da zwei starke Mannschaften aufeinandertreffen, erwarte ich ein Duell auf Augenhöhe. Ich schätze beide Kader gleich stark ein, auch wenn der BSV die besseren Einzelspieler hat. Wir werden mit breiter Brust antreten. Die Atmosphäre im Ostfriesland-Stadion könnte auch eine Rolle spielen, schließlich ist es kein gewöhnliches Landesliga-Stadion. Davon dürfen sich unsere jungen Spieler nicht beeindrucken lassen.

Seitenlinie: Was meinst du: Steht Torben Lange in der Startelf?
Lange (lacht): Das würde mich natürlich sehr freuen. Ob unser Trainer meine Zeit beim BSV berücksichtigt und mich deshalb aufstellt, weiß ich allerdings nicht. Doch ganz egal, wie lange ich auf dem Rasen stehe: Ich werde auf jeden Fall Vollgas geben.

Interview: Ingo Poppen