André Geiken bereitete das Tor des Tages per Eckball vor. Bild: Doden

André Geiken bereitete das Tor des Tages per Eckball vor. Bild: Doden

LANDESLIGA, 3. SPIELTAG:
VFL OYTHE – BSV KICKERS 0:1 (0:1)

VfL Oythe:
Heise – Odabasi, Fabian Meyer, Krotzek (54. Hesselmann), Stukenborg – Graf von Merveldt (70. Greifendorf), Kleine Holthaus – Wohlers (70. Suffner), Beer, Kohls – Emich

Ersatzbank: Gellhaus (ETW), Dornieden, Lell

BSV Kickers:
Carstens – Julian Meyer, Bernd Grotlüschen, Daniel Meyer, Menzel – Goosmann, Schouwer (85. Thilo Janßen) – Geiken (90./+3 Thorsten Fleßner), Visser – Steffens, Lange (85. Arne Janssen)

Ersatzbank: Buß (ETW), Batbay

Tor: 0:1 Bernd Grotlüschen (4.)

Gelbe Karten: Krotzek, Kleine Holthaus, Kohls / Julian Meyer

Eckenverhältnis: 6:4
Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Niklas Günther (Oldenburg)
Assistenten: Pascal Gebken, Tom Itjen

Angeschlagener Kapitän schießt Kickers zum Sieg

Der Kapitän ging voran – 90 Minuten lang. Trotz einer schmerzhaften Fußprellung stand Bernd Grotlüschen am Sonntag beim Auswärtsspiel der Emder Landesliga-Fußballer in Oythe vom Anstoß bis zum Schlusspfiff auf dem Rasen. Der 29-Jährige biss auf die Zähne, lieferte – genau wie seine Mitspieler – eine starke Vorstellung ab und schoss sein Team  durch ein Tor in der 4. Minute zum zweiten Auswärtssieg der Saison. So hatte Grotlüschen nach der Partie allen Grund zur Freude – die Schmerzen waren ihm kaum anzusehen. „Es brennt ziemlich, vielleicht sollte ich den Schuh gar nicht ausziehen“, sagte Grotlüschen mit Blick auf den lädierten rechten Fuß.

Für das Tor des Tages hatte Emdens Nummer 10 dann auch lieber den Linken benutzt. Nach einer Ecke von André Geiken erzielte Grotlüschen aus kurzer Distanz die frühe Kickers-Führung (4.). Anschließend dominierte der BSV das Geschehen nach Belieben. Die Gastgeber brachten keine zwingende Offensivszene zustande. So war die Emder Abwehr um Bernd Grotlüschen – der diesmal nicht im defensiven Mittelfeld, sondern als Innenverteidiger agierte – vor der Pause wenig gefordert.

Deutlich mehr los war dagegen im Oyther Strafraum – doch sowohl Tido Steffens (36./43.) als auch Sturmpartner Torben Lange (34.) verpassten eine frühe Entscheidung. „Zur Halbzeit muss das Ding eigentlich durch sein“, fand auch Bernd Grotlüschen. Nach dem Seitenwechsel beteiligten sich dann auch die VfL- Akteure an der Partie. Die erste Chance gehörte dennoch den Ostfriesen: Ein Lange-Schuss wurde im letzten Moment geblockt (47.). Auf der Gegenseite prüfte Dustin Beer Kickers-Keeper René Carstens (53.). Nur 60 Sekunden später scheiterte Lange erneut an einem Oyther Abwehrbein. Einen Versuch von Steffens entschärfte VfL-Keeper Wilhelm Heise mit einem starken Reflex (64.). In der Schlussphase versuchte es der Oyther Mittelfeldmann Christian Kleine Holthaus mit einem Schuss aus der Distanz (80.) – doch Carstens riss die Fäuste hoch, wehrte den Ball ab und hielt seinen Kasten sauber.

Weil auch in der fünfminütigen Nachspielzeit nichts nennenswertes mehr passierte, war der Schlusspfiff von Schiedsrichter Niklas Günther gleichzeitig auch der Startschuss für blau-weiße Feierlichkeiten – mittendrin der sichtlich erfreute Kickers-Trainer Markus Olbrys. „Ich bin stolz auf die Jungs, sie haben sich als Team präsentiert und den Sieg absolut verdient.“ Als einziges Manko nannte Olbrys die mangelnde Chancenverwertung. „Wir hätten hier sieben Tore schießen können, dann wäre auch eher Ruhe im Spiel gewesen.“ Nur gut, dass die Ostfriesen wenigstens ihre erste Chance genutzt hatten – dafür durfte sich Bernd Grotlüschen auch Minuten nach dem Schlusspfiff noch zahlreiche Glückwünsche abholen. Zurecht. Der angeschlagene Kapitän war schließlich vorangegangen. 90 Minuten lang.

(ip)