Yanik Runde (von links) freut sich mit den Torschützen Holger Wulff und Sebastian Bloem. Bilder: Jens Doden

Yanik Runde (von links) freut sich mit den Torschützen Holger Wulff und Sebastian Bloem. Bilder: Jens Doden

LANDESLIGA, 8. SPIELTAG:
BSV KICKERS – SV ATLAS DELMENHORST 4:2 (2:0)

BSV Kickers:
Buß – Dassel, Meyer, Diekmann, Runde (78. Menzel) – Smidt, Visser – Atilay Batbay, Bloem (78. Schmidt) – Steffens, Wulff (87. Pinkernell)

Ersatzbank: Lottmann (ETW), Gökay Batbay, Janssen, Kasten

SV Atlas Delmenhorst:
Urbainski – Radke (60. Matta), Bruns, Hartmann, Witte – Mutlu, Janssen – Degen (46. Entelmann), Musa Karli (73. Blümel), Müller-Rautenberg – Bi-Ria

Ersatzbank: Lohmann (ETW), Daniel Karli, Klatte, von Seggern

Tore: 1:0 Bloem (13.), 2:0 Wulff (41.), 3:0 Steffens (83., Foulelfmeter, Witte an Atilay Batbay), 3:1 Blümel (85.), 4:1 Steffens (90./+3, Foulelfmeter, Hartmann an Smidt), 4:2 Matta (90./+6)

Gelbe Karten: Bloem, Runde / Radke, Witte, Hartmann
Rote Karten: Schmidt (nach Spielende, Unsportlichkeit) / Blümel (nach Spielende, Unsportlichkeit)

Eckenverhältnis: 3:10
Zuschauer: 1004

Schiedsrichter: Marc Lübbers (Haren (Ems))
Assistenten: Jan Krummen, Sebastian Herbers

„Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“, hallte es am Freitagabend durch das Emder Ostfriesland-Stadion. Die Landesliga-Fußballer des BSV Kickers feierten gemeinsam mit ihren Fans den überzeugenden 4:2-Erfolg im Topspiel gegen den SV Atlas Delmenhorst. „Es war ein toller und absolut verdienter Erfolg. Wir haben uns in der Defensive noch einmal gesteigert und sehr viel investiert“, sagte Kickers-Trainer Rudi Zedi. „Ich ziehe vor den Jungs meinen Hut und bin stolz darauf, wie sie diese Aufgabe gemeistert haben.“

Den Ostfriesen gelang vor 1004 Zuschauern ein perfekter Start. Nach einer Ecke von Holger Wulff – der dritten binnen zwei Minuten – traf Sebastian Bloem per Kopf zum frühen 1:0 (13.). Die Gäste hätten den schnellen Ausgleich erzielen können, aber Patrick Degen schoss BSV-Torhüter Karsten Buß die Kugel direkt in die Arme (20.). Nachdem Wulff (23.) und Atilay Batbay (29.) jeweils per Freistoß an Atlas-Keeper Florian Urbainski gescheitert waren, besaß Bloem die größte Chance zum 2:0. Er tauchte frei vor Urbainski auf – verpasste aber seinen zweiten Treffer (33.). Urbainski war auch bei zwei weiteren Batbay-Freistößen zur Stelle (35./39.) – vor der Pause aber trotzdem noch einmal chancenlos. Nach einem weiten Pass von Tido Steffens setzte sich Wulff gegen einen Atlas-Verteidiger durch und hämmerte den Ball zum 2:0 unter die Latte (41.). Sekunden vor der Pause jubelte der Delmenhorster Anhang – bis zu 400 Fans waren mit in die Seehafenstadt gereist – schon, doch Steven Müller-Rautenberg hatte mit seinem Kopfball nur das Außennetz getroffen.

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: Atlas bemühte sich, kam gegen die konzentriert agierende Emder Defensive aber nicht zu Chancen. Der Kickers-Elf gelang es dagegen nicht, gefährliche Offensiv-Akzente zu setzen. Bis auf einen Steffens-Schuss, der im Strafraum geblockt wurde (58.), gab es keine nennenswerten Aktionen. „Es war zerfahren, wir haben die Bälle leider oft zu früh verloren“, sagte Zedi. Das änderte sich in der Schlussphase: Atilay Batbay war von Tom Witte nur durch einen Zupfer zu stoppen – und BSV-Torjäger Steffens nutzte den fälligen Elfmeter zum 3:0 (83.). Der Emder Jubel war noch nicht verhallt, da gelang Can Blümel schon der Ehrentreffer: Eine Ecke verwandelte der eingewechselte Atlas-Akteur direkt (85.). „Das war ein Geschenk des Schiedsrichters“, sagte Zedi. „Karsten Buß ist eindeutig gefoult worden.“

Die Emder ließen sich vom Gegentor nicht beirren – und erhöhten erneut. Eimo Smidt war nach einem Sololauf nur durch ein Foul im Strafraum zu stoppen. Erneut trat Steffens zum Elfmeter an – und verwandelte souverän zum 4:1 (90./+3). Der Schlusspunkt ließ aber immer noch auf sich warten. Simon Matta erzielte Sekunden vor dem Ende das 4:2 (90./+6). Doch selbst nach dem Abpfiff war es noch nicht vorbei: Der Emder Alex Schmidt und Can Blümel gerieten aneinander – und sahen jeweils die Rote Karte.

„Die beiden Gegentore sind kleine Schönheitsfehler“, sagte Rudi Zedi. „Insgesamt hat man heute aber wieder einmal gesehen, dass unsere Stärken im Tempospiel liegen – und wir dann einfach nicht zu stoppen sind.“ Nicht zu stoppen – und deshalb mindestens bis Sonntagnachmittag auf Platz eins in der Landesliga.

ip