Das hatten sich die Bezirksliga-Fußballerinnen des BSV Kickers Emden und ihre Trainerin Hedwig Heiken sicherlich einfacher vorgestellt. Immerhin war mit der SG Elisabethfehn/Harkebrügge der Tabellenletzte zu Gast im Ostfriesland-Stadion. Am Ende gewann Emden knapp mit 2:1 – und die Gäste warten auch nach dem 8. Spieltag weiterhin auf ihren ersten Punkt. Doch die Mannschaft zeigte keinesfalls eine Leistung, die dem Tabellenplatz entsprach. Die ersten fünf Minuten gehörten dem BSV. Stefanie Schröder spielte einen Ball in die Tiefe. Stürmerin Julia Eickholt ging auf die gegnerische Torhüterin zu, schloss allerdings etwas zu überhastet ab und der Ball ging neben das Tor. Eine weitere Möglichkeit ergab sich nach Zuspiel von Lena Fischer für Stefanie Schröder. Sie traf den Ball nicht richtig und es war eine sichere Beute für die SG-Keeperin. Danach spielten nur noch die Gäste. Sie vergaben viele hundertprozentige Chancen, standen zwei Meter vorm Tor und schossen den Ball über den Zaun auf den Schlackeplatz. Zwei oder dreimal zeichnete sich Torhüterin Ina van der Werff glänzend aus. Einen Ball fischte sie aus dem Torwinkel. Wie bereits in der Vorwoche konnte sich die Mannschaft wirklich bei ihr bedanken, dass man nicht einem Rückstand hinterher lief. Die Hintermannschaft um Svenja Neumann verrichtete Schwerstarbeit im ersten Durchgang.

In der Halbzeitpause folgten deutliche Worte von Trainerin Heiken, doch trotz der kurzen Erholung und Ermahnung wurde das BSV-Spiel keineswegs besser. Schlimmer noch; in der 49. Minute trafen dann die Gäste zum völlig verdienten 0:1. Ina war geschlagen. Weiterhin gab es viele Abspielfehler, Aufbauspiel fand nahezu überhaupt nicht statt und die Gäste hätten schnell das zweite oder dritte Tor nachlegen müssen. Wieder war es Ina die zweimal glänzend nach einer Ecke parierte oder sich in die vielen Schüsse warf, die auf ihr Tor kamen. In der 70. Minute trafen die Gäste dann innerhalb von ein paar Sekunden zweimal den Pfosten und das war dann endgültig der Weckruf für den BSV. In der 73. Minute folgte der erste gefährliche Angriff über Annalena Bloeme. Sie lief sich auf der rechten Seite frei, ging in den Strafraum und versuchte es halb mit einer Flanke auf die mitgelaufene Sonja Buß und halb mit einem Torschuss. Der Ball landete dann im Aus. Nur zwei Minuten später wurde Stefanie Schröder freigespielt. Sie flankte gefährlich in den Strafraum und Sonja Buß stand zum Einköpfen bereit, doch die Torhüterin kam noch gerade mit den Fingerspitzen an den Ball und somit ging der Ball über Buß hinweg. In dieser kleinen Drangphase gelang der Ausgleichstreffer durch Sarah Harken. Harken wurde von Schröder bedient und lief auf das Tor zu, umspielte die Torhüterin und schob gekonnte den Ball ins Tor. Jetzt waren noch knapp 10 Minuten Zeit, um einen weiteren Treffer nachzulegen. Aber auch die Gäste wollten weiterhin den Sieg! Zweimal vergaben sie wieder harmlos und somit kam es wie es kommen musste. Wer vorne keine Tore schießt, bekommt meinst noch einen Gegentreffer. Nach einem energisch gewonnenen Zweikampf von der eingewechselten Inja Brümmer kam Buß an den Ball und legte weiter auf Schröder, die aus knapp 17 Metern den Ball unhaltbar flach im Tor versenkte. Der Jubel war riesig, weil keiner nach einer so schwachen Leistung noch an einen Sieg geglaubt hatte. Kurz danach wurde die Begegnung abgepfiffen.

Den Gästen war die Enttäuschung anzusehen, wieder einmal hatten sie den besseren Fußball gespielt, doch wieder konnten sie nach Spielende keinen Punkt bejubeln. Der SG-Trainer sagte nach Spielende: „Wir spielen richtig guten Fußball und belohnen uns nicht. Wir machen eindeutig zu wenig Tore.“ Auf der anderen Seite fand Trainerin Heiken kaum Worte für das Spiel ihrer Mannschaft. „Wir haben heute richtig schlecht gespielt, wir können das viel besser. Das wir am Ende gewonnen haben, war wirklich sehr sehr glücklich.“

BSV Kickers: Ina van der Werff, Ines Verver, Svenja Neuman, Ruth Sandersfeld (78. Franca Schäfer), Sonja Buß, Lena van Hove (59. Rieke Koch), Annalena Bloeme, Sarah Harken, Stefanie Schröder, Julia Eickholt (46. Anneke Bedenski), Lena Fischer (72. Inja Brümmer)