Der 27-Jährige absolvierte 80 Landesliga-Spiele für den BSV Kickers. Bild: Jens Doden

Drei Jahre lange spielte Hendrik Diekmann für den BSV Kickers Emden. Der 27-Jährige war im Sommer 2015 vom TuS Esens nach Emden gewechselt, absolvierte bei Kickers 80 Landesliga-Spiele und erzielte elf Treffer. Nach der Saison 2017/18 entschied sich Diekmann, der in Oldenburg lebt und in Brake arbeitet, für einen Wechsel zu Hansa Friesoythe. „Ich habe lange überlegt, denn es war eine sehr geile Zeit in Emden“, sagte Diekmann im Juni. „Der Aufwand ist durch die weiten Fahrten auf Dauer aber einfach zu groß.“

Im Seitenlinie-Interview spricht Diekmann über den Start in seinem neuen Verein, neue Herausforderungen und das Duell zwischen Kickers und Hansa.

Seitenlinie: Moin Hendrik! Hast du dich schon an die Farbe Grün gewöhnt?
Hendrik Diekmann (lacht): Ja, auch wenn es für mich anfangs tatsächlich etwas ungewohnt war, ein grünes Trikot zu tragen. Bei meinen bisherigen Stationen in Hage, Esens und Emden habe ich schließlich immer nur in blau-weiß gespielt.

Seitenlinie: Abgesehen von den Vereinsfarben – was sind deine ersten Eindrücke von deinem neuen Klub?
Diekmann: Ich habe bislang durchweg positive Erfahrungen gemacht. Hansa ist ein professionell geführter Verein, der sehr von der guten Arbeit vieler Ehrenamtlicher profitiert. Dafür kann man dem Klub nur ein großes Lob aussprechen. Wir Spieler können uns komplett auf die Trainingseinheiten und die Spiele fokussieren, denn die Rahmenbedingungen – dazu zähle ich auch die tollen Trainingsmöglichkeiten – sind super. Insgesamt würde ich Hansa als familiären Verein mit guten Strukturen bezeichnen, der in der Landesliga angekommen ist.

Seitenlinie: Die familiäre Atmosphäre hat den Neuzugängen also den Einstieg erleichtert?
Diekmann: Absolut. Wir sind super aufgenommen worden. Gleich zu Beginn der Vorbereitung gab es ein Einstandsgrillen mit der Mannschaft, Helfern und Sponsoren, das von mir und den anderen Neuen organisiert werden musste. Diese Aktion hat natürlich auch zur Integration beigetragen. Das Team ist intakt, die Stimmung super.

Seitenlinie: Was könnt ihr in dieser Saison erreichen?
Diekmann: Wir haben einen guten Kader mit unterschiedlichen Charakteren beisammen. Die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern stimmt. Natürlich stecken wir noch in der Findungsphase, aber die Jungs verfügen über viel Qualität. Deshalb bin ich guter Dinge, dass wir uns einen Platz in der oberen Tabellenhälfte erarbeiten können. Dass das in dieser ausgeglichenen Liga nicht leicht wird, ist uns allen klar – denn viele Teams haben kräftig aufgerüstet.

Seitenlinie: Und deine persönlichen Ziele?
Diekmann: Natürlich möchte ich mich weiter verbessern, Stammspieler sein und der Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen. Zudem denke ich, dass ich mich durch den Wechsel zu einem neuen Verein mit einem neuen Umfeld auch persönlich noch weiterentwickeln kann.

Seitenlinie: Bei Hansa trägst du künftig die Rückennummer 21. Warum?
Diekmann: Das hat keinen speziellen Grund. Die 5, die ich in Hage und auch bei Kickers getragen habe, war in Friesoythe schon vergeben – da habe ich eben die 21 genommen. Sie hat aber auch einen lustigen Nebeneffekt.

Seitenlinie: Warum?
Diekmann: Ich habe direkt Tido Steffens geschrieben, dass ich nun auch mit „seiner“ Nummer auflaufen werde. Ob seine Torgefahr dadurch auf mich abfärbt, muss sich aber erst noch zeigen. (lacht)

Seitenlinie: Nun trefft ihr schon am vierten Spieltag als Gegner aufeinander…

Diekmann: Das ist super! Ich freue mich extrem darauf, so schnell nach meinem Wechsel wieder in Emden zu spielen. Ich werde viele ehemalige Mitspieler treffen, die während meiner Kickers-Zeit zu Freunden geworden sind. Dass die Partie auch noch an einem Freitagabend im Ostfriesland-Stadion angepfiffen wird, ist überragend. Die Atmosphäre wird besonders sein.

Seitenlinie: Was für eine Partie erwartest du?
Diekmann: Wenn der BSV seine Topform abruft und an die Heimstärke der vergangenen Saison anknüpft, wird es für uns eine extrem schwere Aufgabe. Kein Gegner spielt gerne freitags bei Kickers. Trotzdem hoffe ich natürlich auf einen Auswärtssieg, auch wenn uns eine sehr hohe Hürde erwartet. Bei meinem letzten Spiel gegen Kickers in Emden habe ich mit Esens durch ein Gegentor in der 86. Minute mit 0:1 verloren. Dieses Mal soll es möglichst anders laufen.

Seitenlinie: Du kennst das Kickers-Team bestens. Welche Rolle kann der BSV aus deiner Sicht in dieser Saison spielen?
Diekmann: Ich habe natürlich beobachtet, was sich in Emden getan hat und bin davon total angetan. Es steckt viel Qualität im Kader. Hinzu kommt, dass das Trainerteam tolle Arbeit leistet und in seiner Amtszeit schon viel bewegt hat. Der BSV gehört aus meiner Sicht zu den besten fünf Teams in der Landesliga. Um den Titel mitzuspielen, dürfte aber schwierig werden, denn vor allem Blau-Weiß Lohne hat sich im Sommer enorm verstärkt. Ich wünsche Kickers eine möglichst erfolgreiche Saison mit vielen Siegen außer gegen uns.

Interview: Ingo Poppen / Bild oben: Olaf Klee