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Die Freude war groß bei Kickers-Trainer Rudi Zedi. Bilder: Thomas Barth

LANDESLIGA, 29. SPIELTAG:
BSV KICKERS – SV WILHELMSHAVEN 2:1 (1:0)

BSV Kickers:
Buß – Fleßner, Meyer, Diekmann, Menzel – Goosmann (87. Geiken), Steffens, Visser – Suda, Bloem (58. Ocloo) – Lange (90./+4 Sabljic)

Ersatzbank: Wiese (ETW), Kasten, Janssen, Eyüpoglu

SV Wilhelmshaven:
Krey – Köhler, Kurzawa, Avramescu, Lamberty – Atoui, Hasani (71. Greif) – El-Ali (80. Tiegges), Plichta, Janssen – Kück

Ersatzbank: Boeke (ETW), Nguini, Odounga

Tore: 1:0 Steffens (32., Foulelfmeter, Kurzawa an Visser), 2:0 Lange (64.), 2:1 Avramescu (71.)

Gelbe Karten: Meyer, Bloem / Janssen, Kurzawa, Kück

Eckenverhältnis: 2:6
Zuschauer 506

Schiedsrichter: Sebastian Lampe (Kamperfehn)
Assistenten: Mark Kanne, Justus Dedden

Einiges war anders an diesem Freitagabend. Während die Landesliga-Fußballer des SV Wilhelmshaven geknickt vom Rasen trotteten, ließen sich die Akteure des BSV Kickers Emden von ihren Fans feiern. Dazu hatten sie auch allen Grund – schließlich gelang den Ostfriesen im vierten Duell gegen die Jadestädter seit dem SVW-Zwangsabstieg in die Landesliga der erste Derbysieg. Die Treffer beim 2:1-Erfolg erzielten Tido Steffens und Torben Lange. Das Ergebnis flackerte übrigens auf einer neuen Anzeigetafel im Ostfriesland-Stadion, die beim Derby Premiere feierte.

„Kompliment an die Jungs, sie haben taktisch sehr diszipliniert gespielt und das veränderte System mit drei Sechsern super umgesetzt“, sagte Kickers-Trainer Rudi Zedi. Tido Steffens unterstützte Matthias Goosmann und Heiko Visser im defensiven Mittelfeld – und hatte auch die erste Emder Chance. Seinen Schuss parierte SVW-Keeper Robin Krey mit den Fäusten (7.). Doch auch die abstiegsbedrohten Gäste wagten sich nach vorne. Zunächst traf Nikolai Kück per Kopf die Latte (12.), Sekunden später musste BSV-Torhüter Karsten Buß bei einem Schuss von Florian Janssen eingreifen.

Zum ersten Mal jubeln durfte das Gros der 506 Zuschauer nach gut einer halben Stunde: Nachdem Jakub Kurzawa Heiko Visser im SVW-Strafraum gefoult hatte, trat Steffens zum Elfmeter an. Der Kickers-Torjäger verlud Krey und erzielte das 1:0 (32.). Die letzte Chance vor der Pause vergab Manuel Suda, der den Ball nicht optimal traf (40.).

Die Emder kamen mit mehr Schwung aus der Kabine und konnten ihre Führung ausbauen. Manuel Menzel beförderte den Ball in den SVW-Strafraum. Torben Lange war hellwach und spitzelte die Kugel an Krey vorbei zum 2:0 über die Linie (64.). Sechs Minuten später hieß das Duell erneut Lange gegen Krey – diesmal reagierte der Schlussmann stark und verhinderte die Entscheidung. „Schade, dass uns nicht der dritte Treffer gelungen ist“, so Zedi. „So mussten die Jungs in der Schlussphase weiter Vollgas geben.“ Statt 3:0 hieß es 120 Sekunden später 2:1 – Claudiu Avramescu traf nach einem Freistoß aus dem Gewühl (71.).

Jubel am Boden: Torben Lange hat gerade das 2:0 erzielt.

Jubel am Boden: Torben Lange hat gerade das 2:0 erzielt.

Bei den entscheidenden Szenen in der Schlussphase stand Manuel Suda im Mittelpunkt. Zunächst kam er im Strafraum zu Fall – doch Schiedsrichter Sebastian Lampe (Kamperfehn) sah kein elfmeterreifes Foul. Seine Pfeife blieb stumm (75.). Wenige Minuten vor dem Ende verpasste Suda nach Steffens-Vorlage dann nur knapp das 3:1 (88.). So blieb es beim verdienten Emder 2:1-Derbysieg – und die blau-weißen Feierlichkeiten konnten beginnen.

Passend dazu ließ Rudi Zedi das gewohnte Glas Wasser bei der obligatorischen Pressekonferenz stehen und gönnte sich stattdessen ein Bier. „Für mich war es der erste Sieg gegen Wilhelmshaven seit gefühlten 20 Jahren“, sagte der Emder Trainer und lächelte. An diesem Abend war eben einiges anders.

ip