Die Landesliga-Fußballer des BSV Kickers Emden dominierten das Auswärtsspiel beim VfL Wildeshausen am Ostermontag nahezu über die komplette Spielzeit, erarbeiteten sich mehrere hochkarätige Chancen – und verloren am Ende trotzdem mit 1:3. „Dieses Ergebnis ist unverdient“, sagte Kickers-Trainer Rudi Zedi. „Wir waren dominant ohne Ende – und hatten Chancen ohne Ende. Insgesamt sind wir fahrlässig mit dem Erfolg umgegangen.“

Besonders bitter: Die ersten beiden Gegentreffer fielen nach Standardsituationen. Thorben Schütte traf nach einer Ecke mit dem Fuß zum 1:0 (39.) und köpfte nach einem umstrittenen Freistoß zum 2:1 ein (77.). „Wir haben Geschenke verteilt“, so Zedi. Beim 3:1 durch René Tramitzke (90./+2) halfen die Emder erneut mit: Sie verloren den Ball in der Vorwärtsbewegung und leiteten so den Konter ein, der zum Endstand führte.

Zu Beginn der Partie hatte es nicht nach einer Kickers-Niederlage ausgesehen – denn die abstiegsbedrohten Gastgeber beschränkten sich fast ausschließlich auf Defensivarbeit. Chancen hatte nur der BSV. Tido Steffens (4.) und Sebastian Bloem (8.) scheiterten am gut aufgelegten VfL-Keeper Sebastian Pundsack. Eine Hereingabe von Marek Hinrichs, der sich gegen zwei Abwehrspieler durchgesetzt und im Strafraum quergelegt hatte, konnte kein BSV-Akteur unter Kontrolle bringen (13.). Nach einer Ecke von Holger Wulff landete ein Bloem-Kopfball am Außennetz (21.).

Aus einem Wulff-Freistoß resultierte schließlich die erste Wildeshauser Chance: Der VfL konterte, Lennart Feldhus zog aus 17 Metern ab – und Kickers-Torhüter Karsten Buß lenkte die Kugel über die Latte (24.). Am Querbalken landete auf der Gegenseite ein Schuss von Bastian Dassel, der im Anschluss an einen Freistoß aus rund 13 Metern abgezogen hatte (35.). 60 Sekunden später parierte Pundsack einen Steffens-Schuss glänzend (36.).

Was den Emdern nicht gelang, erledigte schließlich VfL-Innenverteidiger Thorben Schütte: Nach einer halbhohen Ecke schlug kein BSV-Akteur die Kugel aus dem Fünfmeterraum. Schütte nutzte die Nachlässigkeit, hielt den Fuß hin – 1:0 (39.). „Der Eckball war geschenkt und hätte einfach verhindert werden können. Außerdem war die Einteilung bei Ecken klar“, so Zedi. „Auch am Fünfer hätte jemand stehen und den Ball klären müssen. Warum das nicht passiert ist, muss besprochen werden.“

Im zweiten Durchgang durften die Emder nach langer Zeit mal wieder einen eigenen Treffer bejubeln: Eine scharfe Hereingabe von Sebastian Bloem schob Tido Steffens zum 1:1 über die Linie (64.). Dass das der einzige Kickers-Treffer des Nachmittags bleiben sollte, lag an der mangelnden Chancenverwertung. Holger Wulff zog nach Steffens-Zuspiel aus kurzer Distanz ab, verfehlte den Kasten jedoch knapp (65.). Nur zwei Minuten danach stand Bloem frei vor Pundsack, konnte den Schlussmann aber nicht überwinden (67.). „Was soll man von außen da machen?“, fragte Zedi. „Ich kann die Dinger doch nicht selbst reinmachen.“

Wildeshausen machte es wieder besser: Nach einem fairen Tackling von Eimo Smidt, der den Ball spielte, entschied Schiedsrichter Tobias Stobbe (Osnabrück) auf Freistoß für den VfL. Lukas Schneider flankte in den Strafraum – dort konnten die Emder Thorben Schütte nicht am Kopfball hindern (77.). „Da hat etwas in der Zuteilung nicht gestimmt. Außerdem war die Kugel lange in der Luft und kam im Fünfmeterraum runter“, sagte Zedi. „Man hätte sie auch herunterpflücken können.“

Nach dem erneuten Rückstand blieben die Emder am Drücker, doch mehr als ein Kopfball von Tido Steffens (81.) und ein Schuss von Heiko Visser (86.) kam bei den Offensivbemühungen nicht heraus. Tramitzke sorgte nach Querpass von Jan Lehmkuhl für den 3:1-Endstand – und Enttäuschung bei BSV-Coach Rudi Zedi. „Heute haben die Einstellung, die Spielanlage und der Druck auf den Gegner gestimmt – und dennoch haben wir bei zwei Standards so gravierende Fehler gemacht. Das ist schon der Wahnsinn“, so Zedi. „Ich frage mich, wo meine Spieler seit Kurzem mit ihren Köpfen sind.“

ip